Ein Pitch ist die kurze, überzeugende Präsentation einer Idee – sei es eine Filmidee, eine Idee für Sachbuch oder eine Geschäftsidee – mit dem Ziel, eine:n Entscheider:in in möglichst wenig Zeit zu überzeugen. Ob vor Produzenten, Investorinnen oder Kunden: Ein Pitch muss innerhalb von Sekunden Interesse wecken und zum nächsten erwünschten Schritt führen.
Übersetzung: Was heißt »Pitch« auf deutsch?
Eine direkte deutsche Übersetzung für »Pitch« gibt es nicht – das Wort ist im Deutschen als Fachbegriff übernommen worden, weil keine deutsche Entsprechung seine Bedeutung ebenso kompakt trifft.
Ursprünglich stammt »to pitch« aus dem Englischen und bedeutet »werfen«. Das Bild dahinter: Man wirft einer Person eine Idee zu – wie einen Ball –, in der Hoffnung, dass sie ihn fängt, sprich: von der Idee überzeugt ist.

Zwei Herkunftslinien haben sich im deutschen Sprachgebrauch etabliert:
- Werbebranche: Hier bezeichnet »Pitch« traditionell den Wettbewerb, bei dem mehrere Agenturen um ein Kundenbudget konkurrieren und ihre Konzepte präsentieren (siehe Kapitel »Pitch Marketing«).
- Film- und Verlagsbranche: Hier steht »Pitch« für die mündliche Kurzvorstellung eines Stoffs vor Redakteur:in, Produzent:in oder Lektorat – oft nur wenige Sätze lang.
Weil beide Bedeutungen so präzise und international verständlich sind, hat sich »Pitch« als Lehnwort durchgesetzt, statt eingedeutscht zu werden. Wer also fragt »Was ist ein Pitch auf Deutsch?«, bekommt am ehesten die Umschreibung: eine kurze, zielgerichtete Präsentation eines Projekts.
Für den Film-Bereich gibt es vergleichsweise wenig deutschsprachige Literatur zum Thema. Ein Klassiker ist »Pitch it!« ({*} = Affiliate-Link}) von Sibylle Kurz, die ich im Rahmen einer Berlinale noch kennenlernen durfte.
Film-Pitch vs. Business-Pitch
Auch wenn beide Welten denselben Begriff nutzen, folgen sie unterschiedlichen Logiken. Wer beide kennt, pitcht in beiden besser, denn die Prinzipien überschneiden sich weitaus mehr, als gemeinhin angenommen.
| Kriterium | Film-Pitch | Business-Pitch |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Redakteur:in, Produzent:in, Sender | Investor:in, Kund:in, Jury |
| Ziel | Stoffoption, Drehauftrag | Investment, Auftrag, Folgetermin |
| Kernformat | Logline, Pitch-Papier | Pitch Deck, Elevator Pitch |
| Zeitrahmen | Oft 30 Sekunden bis wenige Minuten, je nach Format | 1 bis 20 Minuten, je nach Format |
| Erfolgskriterium | Bildhaftigkeit, Emotion, Genre-Klarheit | Analyse, Zahlen, Marktgröße, Skalierbarkeit |
Der entscheidende Unterschied liegt selten in der Technik – sondern in der Sprache, dem Material und dem Aufbau: Während der Business-Pitch mit Fakten und Marktkenntnis überzeugt, punktet der Film-Pitch mit Emotionen und dem Erzeugen von Bildern im Kopf.
Wer beides beherrscht, hat einen klaren Vorteil: Auch Investor:innen lassen sich leichter gewinnen, wenn die Geschäftsidee wie eine gute Geschichte erzählt wird– und umgekehrt braucht jede noch so kreative Filmidee am Ende auch überzeugende Antworten auf die Frage: »Warum jetzt?«.
Film-Pitch: Wie Sie Ihre Drehbuchidee verkaufen
Als Drehbuchautor und Chefredakteur für das Fernsehen durfte ich zahllose Storys pitchen, umgekehrt wurden auch mir etliche Plots vorgestellt, vonseiten der »Staff Writers« ebenso wie von freiberuflichen Drehbuchautor:innen.

Aus meiner Erfahrung weiß ich: Für einen guten Film-Pitch gilt das Motto, das der Profikiller »The Mechanic« {*} (gespielt von Jason Statham) im gleichnamigen Action-Thriller auf den Lauf seiner Pistole graviert hat: »Amat Victoria Curam« – »Sieg liebt Vorbereitung«.
Sie sollten den Bedarf und die Tonalität für das Format bzw. den Sender kennen, für das bzw. den Sie pitchen. Und Sie sollten Ihre Geschichte gut durchdacht und auf Schwächen und »Plot Holes« abgeklopft haben.
Wenn Sie Ihre Filmidee Entscheider:innen vorstellen, zählen die ersten Sekunden. Gleiches gilt übrigens für Roman-, Sachbuch- oder Business-Ideen: Wer zu vage, zu detailverliebt oder zu unklar bleibt, verliert die Aufmerksamkeit bevor der zweite Satz gesprochen ist.
Im Rahmen meines Drehbuch-Workshops im »Neuen Kölner Filmhaus« hörte ich eine Vielzahl von Stoffideen und gab Feedback. Eine Erkenntnis: Den meisten Pitches mangelt es nicht an Ideen, sondern an der notwendigen Verdichtung.
Kürze und Prägnanz schlagen Komplexität
Der Legende nach pitchten die Drehbuchautoren Dan O’Bannon und Ronald Shusett ihre Filmidee mit nur drei Worten:
»Jaws in Space« – »Der weiße Hai« im Weltraum.
Kurz. Prägnant. Erzeugt sofort Bilder im Kopf. Außerdem war »Der weiße Hai« {*} (1975) von Steven Spielberg zu diesem Zeitpunkt bereits ein Blockbuster-Hit.
Die Autoren bekamen den Zuschlag: Ihr Film »Alien« {*} (1979) wurde unter der Regie von Ridley Scott zum Welterfolg und machte Sigourney Weaver zur gefeierten Actionheldin.
Genau das ist die Kraft eines guten Pitches: Er verdichtet eine komplexe Geschichte zu einem einzigen, unverwechselbaren Bild.
Die Formel für Ihre Filmidee
Zum Komprimieren einer Filmidee auf ihre Essenz empfehle ich eine Formel des Drehbuchautors Charles Harris (und Autor von einem Complete Screenwriting Course {*}), bei dem ich einen Workshop zum Pitchen von Filmstoffen an der internationalen Filmschule Köln besuchen durfte:
»[ Titel ] ist ein [ Genre ], in dem [Protagonist:in mit Charaktereigenschaft/Schwäche] unbedingt [Ziel des äußeren Plots] erreichen muss und dabei [Ergebnis der inneren Reise/wie endet es?].«
Mit dieser Struktur ist eine Produzent:in schlagartig bestens orientiert – Genre, Hauptfigur, Konflikt und Entwicklung stehen in einem einzigen Satz.
Am Beispiel »Alien«:
»Alien« ist ein Sci-Fi-Horrorfilm, in dem die Bordoffizierin dem perfekten außerirdischen Raubtier entkommen muss und dabei begreift, dass ihre vermeintlichen Schwächen – Vernunft und Empathie – ihr Überlebensvorteil sind.
Was das für Ihren Pitch bedeutet
Diese Formel funktioniert nicht nur für Spielfilme, sondern lässt sich – mit angepassten Begriffen – auch auf Serienideen, Dokumentarfilm-Konzepte und, wie du im nächsten Kapitel siehst, auf Business-Pitches übertragen. Der gemeinsame Nenner: Genre bzw. Markt, Protagonist:in bzw. Zielgruppe, Ziel und Ergebnis – in einem Satz.
Der Marketing-Pitch
Im Marketing- und Agenturkontext hat »Pitch« eine eigene, sehr spezifische Bedeutung: Hier bezeichnet er den Wettbewerb, bei dem mehrere Agenturen um ein Kundenbudget – den sogenannten Etat – konkurrieren.
Ein Unternehmen lädt dabei gezielt mehrere Agenturen ein, ihre Strategie, Kreativität und ihr Team für eine Kampagne oder ein Rebranding unter Beweis zu stellen.
Am Ende entscheidet sich der Kunde für eine der vorgestellten Lösungen. Tatsächlich konnte ich während meiner Zeit als Medien-Design-Student Agenturerfahrung sammeln und habe ein paar solcher Pitches erlebt.
Wie ein Agentur-Pitch abläuft
- Briefing: Der Kunde formuliert die Aufgabenstellung – etwa eine neue Kampagne, ein Rebranding oder eine Digitalstrategie.
- Vorbereitung: Die eingeladenen Agenturen erarbeiten in der Regel unbezahlt oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung erste Konzepte.
- Präsentation: Jede Agentur pitcht ihre Idee vor der Jury bzw. den Entscheider:innen des Kundenunternehmens.
- Entscheidung: Der Kunde vergibt den Etat an die überzeugendste Agentur.
Für Agenturen ist der Pitch fast immer eine Investition ohne Erfolgsgarantie: Das Team leistet massive Vorarbeit, oft ohne direkte Vergütung – außer bei sogenannten bezahlten Pitches, bei denen eine Aufwandsentschädigung vereinbart wird. Umso wichtiger ist es, diese Phase intern wie ein eigenes Projekt mit klarer Ressourcenplanung zu behandeln.
Gemeinsamkeit zu Film- und Business-Pitches
So unterschiedlich die Branchen sind – das Grundprinzip bleibt gleich: Auch beim Agentur-Pitch entscheidet die Fähigkeit, in kurzer Zeit ein klares, einprägsames Bild der eigenen Lösung zu erzeugen.
Genau wie beim Filmpitch (siehe »Jaws in Space«) gewinnt selten die technisch aufwendigste Präsentation, sondern die, die beim Kunden sofort ein Bild im Kopf entstehen lässt – kombiniert mit dem klaren Nachweis, dass die Agentur das Problem verstanden hat und wirklich lösen kann.
Pitch-Deck: Aufbau, Elemente & Struktur
Ein Pitch Deck ist die visuelle Präsentationsgrundlage zu Ihrem Pitch – meist zwischen 10 und 15 Folien, mit denen Sie Ihre Geschäftsidee vor Investor:innen, in einem Wettbewerb oder gegenüber Kund:innen strukturiert präsentieren.
Anders als ein Businessplan ersetzt das Pitch Deck keine ausführliche Ausarbeitung, sondern soll motivieren, begeisternd und in kürzester Zeit einen klaren Überblick verschaffen.
Als grobe Orientierung hat sich die sogenannte »10-20-30-Regel« des US-Investors Guy Kawasaki etabliert: 10 Folien, maximal 20 Minuten Präsentationszeit, Schriftgröße nicht unter 30 Punkt.
Wichtiger als die exakte Foliananzahl ist aber ein Grundsatz, den Sie sich für jede Folie merken sollten: eine Folie, ein Gedanke. Wer zu viele Informationen auf eine Folie packt, verwässert die eigene Botschaft.
Die klassischen Elemente eines Pitch-Decks
Die Reihenfolge kann je nach Branche und Anlass variieren – die folgenden Bausteine finden sich jedoch in nahezu jedem überzeugenden Pitch Deck wieder:
| Folie | Inhalt | Ziel |
|---|---|---|
| Titel/Cover | Name, Slogan, Kontaktdaten | Erster Eindruck, Wiedererkennung |
| Problem | Schmerzpunkt der Zielgruppe | Relevanz herstellen |
| Lösung | Produkt oder Idee als Antwort auf das Problem | Verständnis und Nutzenklarheit |
| Markt | Marktgröße, Zielgruppe | Potenzial belegen |
| Geschäftsmodell | Art der Monetarisierung | Wirtschaftlichkeit zeigen |
| Wettbewerb | Abgrenzung zu bestehenden Lösungen | Alleinstellung verdeutlichen |
| Team | Kompetenzen, Rollen | Vertrauen, Founder-Market-Fit |
| Traction/Zahlen | bisherige Erfolge, Kennzahlen | Glaubwürdigkeit schaffen |
| Finanzplan | Prognosen, Kapitalbedarf | Realismus unter Beweis stellen |
| Ask | gesuchte Summe, Mittelverwendung | konkreter Call-to-Action |
Ziele eines Pitch-Decks
Nicht jedes Pitch Deck verfolgt dasselbe Ziel – je nach Situation verschieben sich Schwerpunkt und Detailtiefe:
| Anlass | Hauptziel | Fokus-Folien |
|---|---|---|
| Investorengespräch | Investment oder Folgetermin sichern | Markt, Zahlen, Ask |
| Pitch-Event/Wettbewerb | Aufmerksamkeit gewinnen, Preis erreichen | Problem, Story, Team |
| Send Deck (per E-Mail) | Selbsterklärend ohne mündlichen Vortrag funktionieren | alle Folien ausführlicher formuliert |
| Kundenpitch (Agentur) | Etat oder Auftrag gewinnen | Kreativlösung, Referenzen |
Häufige Fehler
Aus der Praxis lassen sich die größten Stolperfallen klar benennen:
- Zu viele Folien: Mehr als 15 Folien signalisieren fehlende Priorisierung und verdünnen die Botschaft.
- Fehlendes, spürbares Problem: Eine Lösung ohne klar erkennbares Problem wirkt wie eine Antwort auf eine ungestellte Frage.
- Unrealistische Finanzprognosen: Steile Wachstumskurven ohne nachvollziehbaren Treiber wirken konstruiert.
- Schwache Wettbewerbsfolie: Die Aussage, es gebe keinen Wettbewerb, überzeugt keine Investor:in.
- Ask ohne Bezug: Eine Summe ohne konkrete Mittelverwendung und Meilensteine lässt offen, wofür das Geld tatsächlich gebraucht wird.
Design-Tools wie PowerPoint, Keynote oder spezialisierte Anbieter helfen bei der professionellen Umsetzung – wichtiger als das Tool bleibt jedoch die inhaltliche Klarheit: Erst strukturieren, dann gestalten.
Material & Präsentation
Zwischen »Pitch Deck«, »Pitch Material« und »Pitch Präsentation« gibt es einen wichtigen Unterschied, der in vielen Ratgebern vermischt wird:
- Pitch-Deck: die Folienpräsentation selbst – der visuelle Kern Ihres Pitches.
- Pitch-Material: alle ergänzenden Unterlagen, die Sie zusätzlich zum Deck vorbereiten oder mitgeben – etwa ein ausführlicher Businessplan, ein Prototyp, Referenzen, ein One-Pager oder Finanzunterlagen zum Nachlesen.
- Pitch-Präsentation: der eigentliche Live-Vortrag – also wie Sie Ihr Pitch Deck und Ihr Pitch Material vor Publikum vortragen.
Gerade die Pitch Präsentation entscheidet oft mehr über Erfolg oder Misserfolg als die Folien selbst. Eine überzeugende Pitch Präsentation lebt von drei Faktoren: einem klaren dramaturgischen Bogen (Problem – Lösung – Beweis – Ausblick), einer souveränen Körpersprache und der Fähigkeit, auf kritische Fragen im Anschluss – dem Q&A – ruhig und vorbereitet zu reagieren.
Vermeiden Sie …
| Fehler | Warum problematisch | Tipp |
|---|---|---|
| Zu vage | Bei der Entscheider:in entsteht kein klares Bild | Konkrete Formel nutzen (z. B. die Charles-Harris-Formel) |
| Zu detailverliebt | Die Kernbotschaft geht unter | Auf eine Kernaussage pro Folie bzw. Satz reduzieren |
| Fehlende Vorbereitung | Unsicherheit, Zeitverlust während des Vortrags | Vor Publikum üben, Zeit stoppen |
| Fehlende Struktur | Zuhörer:innen verlieren den Faden | Klare Formel nutzen (z. B. AIDA oder Problem–Lösung–Beweis) |
| Kein Call-to-Action | Kein klarer nächster Schritt für die Entscheider:in | Explizit sagen, was als Nächstes passieren soll |
Das Prinzip dahinter deckt sich mit dem, was bereits beim Filmpitch gilt: »Sieg liebt Vorbereitung« – Amat Victoria Curam. Egal ob Sie eine Filmidee, eine Werbekampagne oder eine Geschäftsidee präsentieren: Vorbereitung schlägt Talent, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht.
Der Elevator Pitch
Ein Elevator Pitch ist die extrem verdichtete Variante eines Pitches – so kurz, dass sie theoretisch während einer Fahrstuhlfahrt Platz findet.
Genau daher stammt auch der Name: Die Idee dahinter ist, dass Sie Ihre Geschäftsidee, Ihr Projekt oder sich selbst in der Zeit einer kurzen Aufzugfahrt – meist 30 bis 60 Sekunden, teils bis zu zwei Minuten – so überzeugend vorstellen können, dass Interesse für ein Folgegespräch entsteht.
Der Elevator Pitch unterscheidet sich vom Pitch Deck vor allem dadurch, dass er mündlich und meist ohne visuelle Unterstützung funktionieren muss. Sie haben keine Folien, keine Zahlen zum Nachlesen – nur Ihre Worte und wenige Sekunden Zeit.
Die AIDA-Formel als Goldstandard
Für den Aufbau eines Elevator Pitches hat sich die aus dem Marketing stammende AIDA-Formel etabliert:
- A – Attention: Aufmerksamkeit gewinnen, meist mit einem einprägsamen Einstieg oder einer überraschenden Aussage.
- I – Interest: Interesse wecken, indem Sie das Problem oder den Bedarf klar benennen.
- D – Desire: Verlangen erzeugen, indem Sie zeigen, warum genau Ihre Lösung überzeugt.
- A – Action: Zu einer konkreten Handlung auffordern – etwa einem Folgetermin, einer Frage oder einem nächsten Schritt.
Wann es einen Elevator-Pitch braucht
Der Elevator Pitch eignet sich für deutlich mehr Situationen, als der Name vermuten lässt:
- bei der Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch
- bei der Neukundengewinnung, etwa auf Messen oder in der Kaltakquise
- beim Netzwerken, um sich und Ihr Projekt schnell vorzustellen
- vor Investor:innen, als verdichtete Zusammenfassung des Business-Pitches
- in Gehaltsverhandlungen, um Ihren Mehrwert auf den Punkt zu bringen
Wichtig dabei: Ihr Elevator Pitch sollte auf einer klaren Executive Summary Ihrer Idee basieren, die Sie anschließend so weit verdichten, bis nur noch der Kern übrigbleibt – innovativ, konkret, alles außer langweilig.
Beispiel: Elevator-Pitch für ein Startup
»Über 60 Prozent der kleinen Restaurants verlieren jeden Monat Umsatz, weil ihre Online-Reservierungen und ihre Kasse nicht miteinander kommunizieren. Wir haben eine Software entwickelt, die beides in einem System verbindet – ohne zusätzliche Hardware, in unter zehn Minuten eingerichtet. Drei Pilotkunden konnten so ihre No-Show-Rate bereits um ein Drittel senken. Wir suchen aktuell eine erste Finanzierungsrunde, um die Lösung bundesweit auszurollen – haben Sie zehn Minuten für ein ausführlicheres Gespräch?«
Attention: Problemzahl als Einstieg. Interest: konkrete Lösung. Desire: belegter Erfolg. Action: klare Frage nach dem nächsten Schritt.
Was das Beispiel mit dem Filmpitch verbindet
Ein guter Elevator Pitch funktioniert nach demselben Prinzip wieein Film-Pitch – Kürze, ein klares Bild der Sachlage, keine Umwege.
Die AIDA-Formel und die Filmpitch-Formel nach Harris verfolgen im Kern dasselbe Ziel, nur mit unterschiedlicher Terminologie: erst Aufmerksamkeit, dann Klarheit, dann Überzeugung, dann eine konkrete nächste Handlung.
Pitch erstellen: Schritt für Schritt
Egal ob Sie eine Filmidee, eine Geschäftsidee oder eine Kampagne pitchen – der Weg vom ersten Gedanken zum überzeugenden Pitch folgt immer einer ähnlichen Logik.
Die folgenden Schritte führen Sie durch den Prozess, unabhängig davon, für welche Pitch-Art Sie sich vorbereiten.
Recherche
Ein überzeugender Pitch entsteht nie aus dem Bauch heraus – er basiert auf Wissen, das Sie sich vorab erarbeiten. Je nach Pitch-Art bedeutet das:
- Marktlage: Wie groß ist der Markt, in dem sich Ihre Idee bewegt – und wie entwickelt er sich gerade? Bei einer Filmidee entspricht das der Frage: Welche Stoffe, Genres oder Formate sind bei Sendern und Produktionen aktuell gefragt?
- Kennzahlen: Belegen Sie Ihre Idee mit konkreten Zahlen – Marktgröße, Zielgruppengröße, erste Traction-Daten bei Business-Pitches; Einschaltquoten, Zuschauerzahlen vergleichbarer Formate oder Streaming-Erfolge bei Filmpitches.
- Genrekenntnis: Speziell beim Filmpitch entscheidend: Kennen Sie die Konventionen und Erwartungen Ihres Genres genau? Eine Redakteur:in merkt sofort, ob Sie Ihr Genre beherrschen oder nur oberflächlich kennen – das gilt ebenso im Business für Branchenkenntnis.
- Konkurrenzanalyse: Wer bietet bereits Ähnliches an – sei es ein vergleichbarer Film, ein ähnliches Produkt oder ein Wettbewerber im Markt? Nur wer die Konkurrenz kennt, kann seine Alleinstellung glaubwürdig herausarbeiten.
Diese Recherche ist keine lästige Pflicht, sondern Ihr wichtigstes Vorbereitungswerkzeug: Sie macht aus einer vagen Idee ein fundiertes Angebot – und genau das erwarten Entscheider:innen, egal ob im Film- oder im Business-Kontext.
Kernidee auf einen Satz verdichten
Bevor Sie Folien gestalten oder Formulierungen feilen, brauchen Sie den Kern Ihrer Idee in einem einzigen Satz – nach dem Logline-Prinzip aus dem Filmpitch. Fragen Sie sich: Wer ist die Hauptfigur bzw. die Zielgruppe? Was ist das Ziel? Was steht im Weg?
Zielgruppe bzw. Entscheider:in analysieren
Ein Pitch vor einer Redakteur:in braucht andere Argumente als einer vor einer Investor:in. Klären Sie vorab: Wer sitzt Ihnen gegenüber, wie viel Zeit haben Sie, und was interessiert diese Person tatsächlich – Zahlen, Emotion, Alleinstellung?
Passende Struktur wählen
Je nach Pitch-Art eignet sich eine andere Formel:
- Filmpitch: die Formel nach Harris für die Logline
- Elevator Pitch: die AIDA-Formel
- Investorenpitch: die klassische Pitch-Deck-Gliederung (Problem – Lösung – Markt – Team – Ask)
Material vorbereiten
Stellen Sie zusammen, was Ihren Pitch stützt: ein Pitch Deck, ein Pitch-Papier, ein Prototyp oder Referenzen – siehe Kapitel »Pitch Material«. Wichtig: Das Material soll den Pitch untermauern, nicht ihn ersetzen.
Üben, Zeit stoppen, Feedback einholen
Ein Pitch, der nur auf dem Papier funktioniert, scheitert oft im Vortrag. Üben Sie laut, stoppen Sie die Zeit, und holen Sie sich Feedback von jemandem außerhalb Ihres Projekts – blinde Flecken fallen Außenstehenden meist sofort auf.
Fragen und Einwände antizipieren
Die stärksten Pitches überzeugen nicht nur in den ersten 30 Sekunden, sondern auch danach. Überlegen Sie sich im Vorfeld die drei kritischsten Fragen, die man Ihnen stellen könnte – und beantworten Sie diese, bevor sie gestellt werden.
Am Ende gilt für jeden Pitch dasselbe Prinzip, ob vor Produzent:in oder Investor:in: Amat Victoria Curam – Sieg liebt Vorbereitung. Viel Erfolg!
FAQ zum Thema »Pitch«
Was ist ein Pitch auf Deutsch?
Eine wörtliche deutsche Übersetzung für »Pitch« gibt es nicht – das Wort stammt aus dem Englischen (»to pitch« = werfen) und wurde als Fachbegriff übernommen. Sinngemäß beschreibt ein Pitch eine kurze, überzeugende Präsentation einer Idee, mit der Sie eine Entscheider:in in möglichst wenig Zeit gewinnen wollen.
Wie sieht ein guter Pitch aus?
Ein guter Pitch ist kurz, klar strukturiert und erzeugt sofort ein Bild im Kopf – wie im Beispiel »Jaws in Space« für den Film »Alien«. Er benennt präzise, worum es geht, für wen es relevant ist und warum genau diese Lösung bzw. Idee überzeugt. Entscheidend ist außerdem die Vorbereitung: Wer seine Kernaussage auf einen Satz verdichtet hat und Fragen antizipiert, wirkt souverän – unabhängig davon, ob es sich um einen Film-, Business- oder Elevator-Pitch handelt.
Was ist ein Pitch-Beispiel?
Ein legendäres Pitch-Beispiel aus dem Business-Kontext ist die Präsentation eines neuen Apple-Produkts von Steve Jobs im Januar 2007: Statt technischer Details kündigte er zunächst drei revolutionäre Produkte an – einen berührungsempfindlichen iPod, ein revolutionäres Mobiltelefon und ein bahnbrechendes Internetkommunikationsgerät – und löste erst danach auf, dass es sich dabei um ein einziges Gerät handelt: das iPhone.
Können KI-Tools wie ChatGPT ein Pitch-Deck kreieren?
Ja, mit Einschränkungen: KI-Tools wie ChatGPT können ein textliches Grundgerüst für ein Pitch Deck liefern – etwa Vorschläge für Gliederung, Formulierungen einzelner Folien oder erste Entwürfe für Problem- und Lösungsbeschreibungen. Was ein solches Tool jedoch nicht ersetzt: die inhaltliche Tiefe aus echter Marktkenntnis, die dramaturgische Feinarbeit an Ihrer individuellen Geschichte und das Gespür dafür, welche Botschaft bei Ihrer konkreten Zielgruppe wirkt. In der Praxis eignet sich KI am besten als Ausgangspunkt für die Struktur – die inhaltliche und stilistische Überarbeitung bleibt Ihre Aufgabe.
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