Storytelling in Fashion - Heldenreise auf dem Runway

Storytelling als Heldenreise: Methoden, Beispiele, Kritik

Definition: »Storytelling« bezeichnet die Technik, Botschaften, Marken oder (Lern-)Inhalte in Form einer Geschichte mit Figuren, Konflikt und Entwicklung zu vermitteln – statt sie nur aufzuzählen. Ziel ist es, durch emotionale Identifikation Aufmerksamkeit zu wecken und zu erhalten sowie Verständnis und Erinnerung nachhaltig zu steigern.

Warum wirkt Storytelling?

Geschichten wirken, weil unser Gehirn nicht auf Fakten, sondern auf Bedeutung optimiert ist. Werden Informationen in eine narrative Struktur eingebettet, aktiviert das mehr Hirnareale als reine Datenvermittlung: Beim Zuhören einer Geschichte schütten wir Dopamin aus, wenn Spannung sich auflöst, und Oxytocin, wenn wir uns mit einer Figur verbunden fühlen. Dieser Zustand wird in der Forschung als »narrative Transportation« bezeichnet – wir reisen gemeinsam mit der Held:in gedanklich in die Welt der Geschichte hinein und senken dabei unsere kritische Distanz zum Inhalt.

Storytelling bewirkt Hormonausschhüttung und dadurch Gefühlsreaktionen. Infografik.

Diese Wirkung ist kein modernes Marketing-Phänomen, sondern evolutionär verankert. Lange bevor Wissen schriftlich festgehalten wurde, war das Erzählen die einzige Möglichkeit, Erfahrungen, Regeln und Gefahren an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Geschichten, die im Gedächtnis blieben, sicherten im wörtlichen Sinn das Überleben. Will Storr beschäftigt sich tiefergehend in seiner Science of Storytelling {*}, zu der ich eine Rezension verfasst habe, mit diesem Zusammenhang.

Der Unterschied lässt sich auch empirisch zeigen: Studien zur Erinnerungsleistung deuten darauf hin, dass in Geschichten eingebettete Informationen deutlich zuverlässiger erinnert werden als isolierte Fakten oder Statistiken.

Aus meiner Erfahrung als Drehbuchautor u.a. einer täglichen Serie kann ich bestätigen: Was dem Publikum über Wochen im Gedächtnis bleibt, sind selten Handlungsdetails, sondern starke, emotionale Wendepunkte, die das Schicksal einer Figur für immer verändern – oder eine ungeahnte neue Facette von ihr zeigen.

Das bedeutet für Marken und Unternehmen: Wer nur Produktmerkmale auflistet und/oder an die Vernunft appelliert, konkurriert um Aufmerksamkeit, die das Gehirn eigentlich anders verteilen will. Wie lässt sich dieses Prinzip nutzen?

Storytelling-Methoden im Überblick

Wer Storys gezielt designen und einsetzen will, greift meist auf eine von mehreren etablierten Strukturmodellen zurück. Diese Storytelling-Methoden unterscheiden sich zwar etwas in Aufbau, Herkunft und originärem Einsatzgebiet, folgen aber alle demselben Grundprinzip: Spannung aufbauen, Fragen aufwerfen, Veränderung zeigen, Bedeutung erzeugen.

MethodeKurzbeschreibungBekannt durch …
Heldenreise12-Stufen-Modell: Ruf zum Abenteuer, Prüfungen, Transformation, RückkehrJoseph Campbell, Christopher Vogler, Star Wars
Freytags PyramideExposition, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung, Lösung Klassische Dramentheorie
Drei-Akt-Struktur Setup, Konfrontation, AuflösungKlassisches Drama, Hollywood-Dramaturgie
Pixar-Formel (Story Spine)„Es war einmal … Jeden Tag … Bis eines Tages … Deshalb …“Pixar-Filme
5-Cs-ModellCharacter, Conflict, Context, Change, ClimaxContent Marketing, Journalismus
StoryBrand-FrameworkKunde als Held, Marke als Mentor/GuideDonald Miller, Marketing

In der seriellen Produktion, in denen ich tätig war, ist übrigens selten eine dieser Methoden in Reinform im Einsatz – meist entstehen in der Praxis Mischformen, die sich enger an spezielle Format-Anforderungen und den Produktionsalltag anpassen als an die Lehrbuch-Dramaturgie.

Die Heldenreise im Storytelling

Die Heldenreise (englisch: Hero’s Journey oder Monomyth) ist die wohl bekannteste und am häufigsten zitierte Storytelling-Methode. Der Mythenforscher Joseph Campbell beschrieb 1949 in Der Heros in tausend Gestalten ({*} = Affiliate-Link}) ein wiederkehrendes Muster, das er in Mythen und Erzählungen unterschiedlichster Kulturen fand. Christopher Vogler hat Campbells Forschung in seinem Buch Die Odyssee des Drehbuchschreibers {*} für das Schreiben von Film-Drehbüchern adaptiert. : Ein Held verlässt seine vertraute Welt, wird mit einer Reihe von Prüfungen konfrontiert, durchlebt eine tiefgreifende Wandlung und kehrt verändert zurück.

Das Modell gliedert sich grob in drei große Phasen – Aufbruch, Initiation und Rückkehr –, die sich wiederum in bis zu zwölf einzelne Stationen unterteilen lassen, von der »gewohnten Welt« der Hauptfigur bis zur »Rückkehr mit dem Elixier«.

Storytelling-Muster Heldenreise gliedert sich über 12 Stationen

In der Praxis, ob im Drehbuch, im Marketing oder in einer Rede, wird dieses Muster selten vollständig, sondern meist verkürzt oder angepasst verwendet. Entscheidend ist weniger die exakte Abfolge aller Stufen, sondern das Grundprinzip: eine erkennbare Wandlung der Hauptfigur durch Widerstand.

Storytelling-Marketing – Geschichten, die verkaufen

Marketing-Storytelling überträgt die narrativen Prinzipien aus Film, Literatur und Mythos auf Marken, Produkte und Kampagnen. Statt Eigenschaften und Vorteile aufzuzählen, wird der Kunde – oder die Kundin – selbst zur Hauptfigur einer Geschichte, in der ein Problem, ein Wendepunkt und eine Lösung erkennbar werden. Die Marke tritt dabei meist nicht selbst als Held auf, sondern als Wegbereiter oder Mentor, der die eigentliche Hauptfigur – das Publikum – bei der Bewältigung ihres Konflikts unterstützt.

Der zentrale Unterschied zu klassischer Werbung liegt im Aufbau: Werbung kommuniziert häufig direkt eine Botschaft oder soll Kaufargumente liefern. Marketing-Storytelling dagegen baut Spannung auf, bevor es eine Lösung liefert – und nutzt damit genau die psychologischen Mechanismen, die im weiter oben beschrieben wurden.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass dieser Unterschied in der Praxis oft unterschätzt wird: Viele Werbe-Kampagnen wirken wie Reklame mit Story-Anstrich, ohne dass tatsächlich ein narrativer Spannungsbogen entsteht.

Storytelling im Business

Storytelling im Business reicht deutlich über klassisches Produktmarketing hinaus. Einsatzfelder sind überdies:

  • Employer Branding: Mitarbeitende erzählen authentische Geschichten aus dem Arbeitsalltag statt generischer Stellenanzeigen-Floskeln
  • Interne Kommunikation und Change-Prozesse: Veränderungen werden als Reise mit Ausgangspunkt, Herausforderung und Zielzustand mit nicht zuletzt charakterlicher Reifung erzählt, statt nur angekündigt oder verordnet.
  • Investor-Pitches und Verkaufsgespräche: Zuhörer:in wird zur Hauptfigur gemacht, deren Problem durch das vorgestellte Produkt oder die Dienstleistung gelöst wird

Der Unterschied zwischen B2C- und B2B-Kontexten liegt vor allem im Tempo und in der Rolle der Emotion: Im B2C-Bereich dominieren oft kurze, stark emotionalisierte Geschichten (wie beispielsweise in klassischen Werbe-Kampagnen oder Social-Media-Content), während im B2B-Bereich Storytelling meist subtiler eingesetzt wird – etwa in Fallstudien, Kundenreferenzen oder Pitch-Decks, wo Vertrauen und Nachvollziehbarkeit wichtiger sind als große emotionale Wendepunkte. Denn: Auch Statistiken werden heutzutage genutzt, Geschichten zu erzählen, Stichwort »Data Storytelling«.

Storytelling-Beispiele vortrefflicher Kampagnen

Storytelling-Beispiele gibt es unzählige – die meisten davon eher durchschnittlich. Wirklich herausragend sind nur wenige Kampagnen, die das Prinzip nicht nur anwenden, sondern konsequent bis in jedes Detail entwickeln. Vier davon gehören zu den bemerkenswertesten – aus gutem Grund:

Apple – »Think Different« (1997)
Statt Produkteigenschaften zu bewerben, positionierte Apple {*} die Marke als Werkzeug für Menschen, die die Welt verändern wollen. Die Kampagne zeigte historische Persönlichkeiten – nicht ein einziges Gerät. Die eigentliche Hauptfigur war Zuschauer:in selbst: Außenseiter:innen und Nonkonformisten konnten sich in dieser Erzählung als verkannte Genies wiedererkennen. Apple positionierte sich dabei konsequent als Mentor-Marke, nicht als Held der eigenen Geschichte.

Lego – »Rebuild the World« (2019)
Lego {*} erzählt hier keine Produktgeschichte, sondern eine Haltung: Kinder sehen die Welt anders als Erwachsene – kreativer, unvoreingenommener, spielerischer. Die Kampagne macht das Kind zur Heldenfigur, die buchstäblich und metaphorisch etwas Neues baut. Lego selbst tritt als Ermöglicher auf, nicht als Protagonist. Der große Schub kam auch durch die Rolle von Lego als Vermittler von Popkultur, durch Lizenzen von Marvel {*}, Ninjago {*}, Harry Potter {*} und Star Wars {*}, ferner durch »The Lego Movie« {*}, der den Verkauf zusätzlich befeuerte.

Patagonia – »Don’t Buy This Jacket« (2011)
Eine der ungewöhnlichsten Kampagnen gemäß klassischem Marketing: Patagonia {*} riet den eigenen Kunden aktiv vom Kauf ab, um auf Überkonsum und Umweltbelastung hinzuweisen. Der narrative Kniff liegt im Konflikt zwischen Geschäftsinteresse und Überzeugung – und genau dieser Widerspruch erzeugt Glaubwürdigkeit, die klassische Werbebotschaften kaum erreichen.


Coinbase – »Your Way Out« (2026)
Im Look eines Retro-Videospiels durchbricht eine »NPC«-Figur (»«Non-Player Character, ein ursprünglich aus dem Gaming stammender Begriff, den vor allem die Gen Z inzwischen für fremdbestimmtes »Autopilot-Leben« nutzt) ihren vorprogrammierten Alltag und tritt in eine Welt echter Menschen über. Der eigentliche Clou: Trotz Videospiel-Optik wurde komplett ohne CGI oder KI gedreht – reale Sets, reale Darsteller, die das Gehen von Spielfiguren einstudierten. Diese »Zero-CGI«-Produktionsweise traf in der Branche einen Nerv, gerade als Gegenbewegung zu KI-generierter Werbung, und die Kampagne wurde bei den Cannes Lions 2026 mit dem Grand Prix in der Kategorie »Film Craft« ausgezeichnet.

Was diese vier Beispiele verbindet: Keines davon erklärt ausführlich, was das Produkt kann. Alle erzählen stattdessen, wer die Zielgruppe ist oder sein möchte – und lassen die Marke als Nebenfigur in dieser Geschichte auftreten.

Visual & Digital Storytelling – neue Formate

Neben den klassischen, textbasierten Storytelling-Methoden haben sich in den letzten Jahren eigene Formate herausgebildet, die stärker auf Bild, Interaktion und Kanal-Spezifik setzen als auf eine lineare Erzählstruktur.

Visual Storytelling

»Visual Storytelling« verlagert die Erzählung vom Wort auf das Bild – Fotografie, Video, Infografiken oder Bildstrecken übernehmen die narrative Führung. Das ist besonders auf Plattformen wirkungsvoll, auf denen Aufmerksamkeit in Sekundenbruchteilen entschieden wird: Ein einzelnes Bild muss dort Ausgangssituation, Spannung und Emotion transportieren, wo ein Text mehrere Sätze bräuchte. Gute Beispiele sind reine Bildserien ohne erklärenden Text, bei denen sich die Geschichte allein durch Bildkomposition, Perspektive und Abfolge erschließt. Auch das ein oder andere Micro Drama priorisiert aussagekräftige Bilder vor auf Dauer ermüdenden »Talking Heads«.

Digital Storytelling

Digital Storytelling nutzt die technischen Möglichkeiten digitaler Kanäle, um Geschichten interaktiv, non-linear oder plattformübergreifend zu erzählen. Dazu zählen Formate wie »Scrollytelling« (Geschichten, die sich beim Scrollen entfalten), interaktive Webserien, Social-Media-Stories mit Cliffhangern über mehrere Tage oder Formate, bei denen das Publikum aktiv den Ausgang mitbestimmt. Der entscheidende Unterschied zum klassischen linearen Storytelling: Die Nutzerin oder der Nutzer wird von der reinen Zuschauerrolle in eine aktivere, mitgestaltende Rolle versetzt.

Fashion Storytelling

Überraschenderweise wird auch in der Modewelt inzwischen von »Storytelling« gesprochen. In der Modebranche zeigt sich bildhaftes Geschichtenerzählen besonders konzentriert: Eine Runway-Show erzählt in wenigen Minuten eine komplette Markenwelt, ein Lookbook verdichtet eine Saison auf wenige Bildmotive. »Fashion Storytelling« arbeitet dabei stark mit Ästhetik, Symbolik und Inszenierung statt mit klassischer Handlung – die Geschichte liegt hier oft weniger in einer erzählten Abfolge als in einer konsistent durchgehaltenen visuellen Identität, die sich von Kollektion zu Kollektion weiterentwickelt.

In dieser Hinsicht bemerkenswertes Beispiel ist die Arbeit von Alessandro Michele von 2015 bis 2022 als Kreativdirektor bei Gucci {*} – die auch das Titelbild dieses Artikels inspiriert hat.

Michele verstand sich selbst weniger als Designer denn als »Archäologe« von Kleidung. Er behandelte jede Kollektion und jede Werbekampagne als fortlaufendes Kapitel einer einzigen, zusammenhängenden Erzählung.

Sein maximalistischer, eklektischer Stil, der Epochen, Genderkonventionen und popkulturelle Referenzen bewusst vermischte, war dabei kein Selbstzweck, sondern Teil dieser durchgehenden Erzählwelt.

Beachtenswert: Der Ansatz zahlte sich auch geschäftlich aus – Gucci steigerte den Jahresumsatz in dieser Zeit von rund 3 auf über 10 Milliarden Euro. Gegen Ende seiner Amtszeit wurde die Konsequenz allerdings auch zum Kritikpunkt: Fachkritiker wie Cathy Horyn bemängelten zunehmend Wiederholung und fehlende Weiterentwicklung des immer gleichen maximalistischen Story-Musters.

Kritik an Storytelling

So wirkungsvoll Storytelling ist – aus der Wissenschaft kommt auch profunde Kritik an dem Prinzip, das in Marketing- und Managementkreisen oft unhinterfragt als Erfolgsrezept gilt.

Narrative Fallacy (Nassim Nicholas Taleb)
Der Risikoforscher und Autor Nassim Nicholas Taleb prägte den Begriff der »narrative fallacy« (narrativen Verzerrung) in seinem Buch Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse {*}: Menschen neigen dazu, im Nachhinein Kausalzusammenhänge in eine Abfolge von Ereignissen hineinzudeuten, die dort so gar nicht bestanden. Eine gute Geschichte fühlt sich wahr an, weil sie kohärent ist – nicht, weil sie tatsächlich korrekt ist. Für Taleb ist das eine der größten Gefahrenquellen menschlichen Denkens, gerade wenn komplexe, von Zufall geprägte Ereignisse nachträglich zu sauberen Erzählungen mit klarer Ursache und Wirkung verdichtet werden.

Daniel Kahneman – kognitive Verzerrung durch Kohärenz
Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschrieb in Schnelles Denken, langsames Denken {*} das Prinzip »What You See Is All There Is« (WYSIATI): Unser Gehirn bildet Urteile auf Basis der Informationen, die gerade verfügbar sind – unabhängig davon, wie vollständig oder repräsentativ diese Informationen tatsächlich sind. Eine gut erzählte Geschichte liefert genau das, was das Gehirn für ein Urteil braucht: Kohärenz. Das Problem dabei: Kohärenz wird leicht mit Wahrheit verwechselt. Je flüssiger und stimmiger eine Geschichte wirkt, desto weniger hinterfragen wir, was sie eigentlich auslässt.

Weitere Kritik aus der Wissenschaftscommunity
Über Taleb und Kahneman hinaus wird generell kritisiert, dass Storytelling …

  • komplexe Sachverhalte unzulässig vereinfacht, um sie in eine erzählbare Form zu pressen
  • durch gezielte Dramaturgie manipulativ eingesetzt werden kann, etwa um unbequeme Fakten zu überdecken
  • empirische Evidenz verdrängen kann, wenn Entscheidungsträger sich eher von einer überzeugenden Geschichte als von Daten leiten lassen

Ein wichtiger Unterschied
Diese Kritik richtet sich nicht gegen Storytelling als solches, sondern gegen seinen Missbrauch: Storytelling als Vermittlungswerkzeug – um komplexe oder abstrakte Inhalte zugänglich zu machen – ist etwas anderes als Storytelling als Ersatz für Fakten, bei dem eine überzeugende Erzählung fehlende oder unbequeme Evidenz kaschiert. Oder gar Verschwörungstheorien verbreitet. Diesem Thema habe ich hier einen eigenen Artikel gewidmet: »Chemtrails des Storytellings«.

FAQ

Wie mache ich gutes Storytelling?
Gutes Storytelling braucht eine klar erkennbare Hauptfigur, einen echten Konflikt oder ein echtes Problem, einen unerwarteten Wendepunk und Bezug zur Zielgruppe, die sich mit der Figur identifizieren soll. Entscheidend ist weniger die perfekte Struktur als eine ehrliche, nachvollziehbare Entwicklung.

Welche 4 Schritte gibt es im Storytelling?
Ein verbreitetes 4-Schritte-Modell folgt der sogenannten Pixar-Formel: Ausgangssituation (»Es war einmal …«), Alltag (»Jeden Tag …«), auslösendes Ereignis (»Bis eines Tages …«) und Konsequenz beziehungsweise Veränderung (»Deshalb …«). Andere Modelle wie die klassische Dramaturgie fassen die vier Schritte eher als Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt und Auflösung zusammen. Beide Varianten verfolgen dasselbe Prinzip: eine klare Entwicklung von Ausgangspunkt zu Veränderung.

Welche Arten von Storytelling gibt es?
Zu den wichtigsten Arten zählen »Storytelling-Marketing« (Marken und Produkte), »Visual Storytelling« (bildbasierte Erzählung), »Digital Storytelling« (interaktive und plattformübergreifende Formate) in verschiedenen strukturellen Methoden wie die Heldenreise oder die Drei-Akt-Struktur, die branchenübergreifend eingesetzt werden. Inzwischen findet sich Storytelling sogar in der Mode, indem visuellen Modewelten kreiert werden (»Fashion Storytelling«).

Was sind die »5 C’s of Storytelling«?
Das 5-Cs-Modell stammt ursprünglich aus dem englischsprachigen Content-Marketing und Journalismus und steht für Character (Figur), Conflict (Konflikt), Context (Kontext), Change (Veränderung) und, je nach Quelle, Climax (Höhepunkt) oder Credibility (Glaubwürdigkeit). Es ist im Kern eine Variante der klassischen Storytelling-Struktur, allerdings eben besonders im redaktionellen und Content-Marketing-Umfeld verbreitet.

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